Die Bundesregierung hat am 28. Januar 2026 die Nationale Tourismusstrategie beschlossen. Darin wird der Wassertourismus erstmals ausdrücklich als wirtschaftlicher Faktor anerkannt und strategisch verankert. Für unsere Branche ergeben sich daraus wichtige Signale und Perspektiven.
- Wassertourismus als regionaler Wirtschaftsmotor
Die Bundesregierung stellt klar: Wassersport und Wassertourismus – etwa Charterboottourismus und Wasserwandern – sind ein wichtiger Treiber für Wertschöpfung und Beschäftigung, insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen. Genannt werden u. a. die großen Reviere in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowie das Bundeswasserstraßennetz zwischen Elbe und Oder.
Damit wird der Wassertourismus politisch als Standortfaktor anerkannt und nicht mehr nur als Freizeitnutzung betrachtet. - Fortführung des Masterplans Freizeitschifffahrt
Der Bund kündigt an, den Wassertourismus weiterhin gezielt über den Masterplan Freizeitschifffahrt zu fördern.
Das betrifft insbesondere:
- die touristische Nutzung der Bundeswasserstraßen,
- den Charterboot- und Kanutourismus,
- die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Freizeitschifffahrt.
Damit wird deutlich: Investitionen in Anlegestellen, Schleusen, Serviceeinrichtungen und Sicherheit behalten strategische Bedeutung.
- Häfen und Wasserstraßen als Teil der touristischen Infrastruktur
Moderne, sichere und nachhaltige Häfen werden als Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg, Klimaziele und Tourismus gleichermaßen beschrieben.
Wasserinfrastruktur wird damit ausdrücklich als Bestandteil der nationalen Tourismusinfrastruktur verstanden – nicht nur für Güterverkehr, sondern auch für touristische Nutzung. - Klimaanpassung und Hochwasserschutz auch im Tourismus verankert
Die Strategie betont den Ausbau von Hochwasser- und Küstenschutzmaßnahmen sowie ein verbessertes Risikomanagement bei Extremwetterereignissen.
Gerade für wassertouristische Regionen bedeutet dies:
- stärkere Berücksichtigung von Klimaresilienz bei Infrastrukturmaßnahmen,
- Schutz touristischer Anlagen und Reviere vor Hochwasser und Sturmfluten,
- bessere Information für Gäste in gefährdeten Regionen.
- Nachhaltiges Wassermanagement wird förderfähig
In den Förderprogrammen des Bundes sollen künftig auch Maßnahmen im Tourismus unterstützt werden, u. a.:
- nachhaltiges Wassermanagement,
- ökologische Hafen- und Uferinfrastruktur,
- energetische Sanierung,
- digitale Steuerungs- und Buchungssysteme.
Für wassertouristische Betriebe eröffnen sich damit neue Chancen, Investitionen in Umwelt- und Ressourcenschutz mit wirtschaftlicher Entwicklung zu verbinden.
Die Nationale Tourismusstrategie stärkt den Wassertourismus politisch, bindet Wasserstraßen und Häfen in die Infrastrukturpolitik ein und verbindet Tourismusentwicklung mit Klimaanpassung und Nachhaltigkeit. Für unsere Branche ist dies ein wichtiges Signal: Wassertourismus wird als Zukunftsfeld anerkannt – mit Relevanz für Förderung, Planung und Investitionen.
Wir werden die weitere Umsetzung der Strategie eng begleiten und Sie über relevante Förderprogramme und politische Entwicklungen informieren.